Chumash
Die Chumash sind die ursprünglichen Bewohner der Inseln von San Andreas (insbesondere Santa Cruz, Santa Rosa, Los Santos und San Miguel) und der nahen kalifornischen Küste.
Geschichte
Erste frühzeitliche Ansiedelungen auf den San-Andreas-Inseln werden auf vor 13.000 Jahre datiert. Aus diesen ging auch die Kultur der Chumash hervor und erreichte vor etwa 2.500 Jahren einen Höhepunkt. Für diesen Zeitraum sind auch die ersten hochseetauglichen Tomol-Kanus nachgewiesen.
Den ersten Kontakt zu Europäern hatten die Chumash Mitte des 16. Jahrhunderts, als Spanische Entdecker die Westküste Amerikas erkundeten. Während der Kolonisierung und Missionierung der San-Andreas-Inseln durch die Spanier im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Volk der Chumash größtenteils auf das Festland umgesiedelt und viele Chumash starben an eingeschleppten Krankheiten oder wurden bei der Arbeit auf Viehfarmen ausgebeutet. Nahezu alle Chumash konvertierten in der Folge zum Katholizismus, erlernten die spanische Sprache und legten ihre ursprüngliche Lebensweise für immer ab.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden zwei geschützte Reservate für das Volk der Chumash eingerichtet: Das Santa Ynez Valley Reserve in Kalifornien und die kleinere Chiliad Mountain Tribal Wilderness auf Los Santos. Die ursprüngliche Religion, Kultur und Sprache (Isleño) der Chumash bleiben jedoch vollständig ausgestorben.
Lebensweise
Die Chumash waren ein naturverbundenes und friedfertiges Volk von Jägern und Sammlern, welches regen Handel mit benachbarten Stämmen betrieb. Sie waren zusammen mit den benachbarten Tongva das einzige Indianervolk, welches hochseetaugliche Boote baute: Die sogenannten Tomol sind fortschrittliche Kanus aus genähten Mammutbaum- oder Kiefernholzplanken. Dies spiegelt die einst maritime Kultur der Chumash wider, ebenso wie ihr Eigenname, welcher als “Volk der Perlen- und Muschelverarbeiter” übersetzt werden kann.
Besonders die Stämme auf den Inseln ernährten sich hauptsächlich von Meeresfrüchten, Seetang und Fisch, manche Dörfer spezialisierten sich auf die Jagd nach Schwertfischen, Schweinswalen oder Robben. Ergänzt wurde dies mit Wildfleisch und gesammelten Pflanzen wie Eicheln, Kastanien, Nüssen, Chiasamen, Wurzeln, Erdbeeren, Kürbissen oder Sumach-Früchten.
Die Chumash waren begabte Korbflechter, Höhlenmaler, Steinschnitzer und Perlenmacher. Die wertvollen Perlen der San Andreas Chumash waren ein beliebtes Tauschobjekt und wurden bis ins tiefe Landesinnere Kaliforniens gefunden. Kunstvoll gefärbte Körbe wurden schon von den ersten spanischen Kolonisten erworben und hoch geschätzt. Außerdem zogen die Chumash großen Nutzen aus diversen regionalen Heilpflanzen und erreichten ein hohes Lebensalter.
Des Weiteren verfügten die Völker über eine eigene Mythologie und ihre Religion kann als pantheistisch bezeichnet werden. Schamanen waren für das Abhalten von Riten zuständig und entwickelten anhand astrologischer Beobachtungen einen eigenen Kalender. Offenbar wurde der Mount Chiliad in der Chumash-Sprache als Schicksalsberg bezeichnet und als heiliger Ort betrachtet.
Die Sozialstrukturen der Chumash waren komplex. Beachtenswert ist das traditionelle Vorhandensein eines dritten Geschlechts, genannt ‘Aqui: Männer, welche Frauenkleidung trugen und Frauenarbeit nachgingen.
Reservat

Die Los-Santos-Chumash sind ein anerkannter Stamm und verfügen mit der Chiliad Mountain Tribal Wilderness über ein eigenes Reservat, gelegen in den Ausläufern des Mount Chiliad, der einen wichten Platz in den Überlieferungen einnimmt, begrenzt vom Paleto Forest im Norden, dem Mount Chiliad Tunnel im Osten, dem Great Ocean Highway im Westen und Cassidy Creek im Süden.
Der Stammesregierung wird - gemäß US-Recht - weitestgehende rechtliche Souveränität zugestanden. Angehörige von Bundesbehörden wie dem FBI besitzen eingeschränkte exekutive Befugnisse auf Stammesgebiet zur Verfolgung von Verbrechen, nicht aber kommunale oder staatliche Polizei. Die Chumash-Gemeinschaft wählt einen eigenen Sheriff, welcher für Recht und Ordnung im Reservat sorgt und eng mit dem Blaine County Sheriff's Office zusammenarbeitet.